Ein perfekter WEttkampf auf dem Weg nach Klagenfurt

Die Wettervorhersage war durchwachsen. Am Tag vor dem Wettkampf herrschten für mich wunderbare Bedingungen. Die Vorfreude war groß. Gemeinsam mit den anderen MitstreiterInnen von TriRun bereiteten wir alles akribisch vor. Zum Abschluss des Tages gabe es noch eine herrliche Pizza in der St. Pöltner Altstadt (Restaurant Dolce Vita - sehr zu empfehlen) und um 21 Uhr hieß es Licht aus.

Am Tag X dann etwas Wolken und relativ kühl. Wer mich kennt weiß, dass ich es lieber heiß habe. Aber was soll’s – es ist für jede/n gleich! Der neue Speedsuit von Skinfit erwies sich als Goldgriff.

Die letzten Handgriffe und dann ging es auch schon in die Vor-Startbox an Land. Danach ab ins Wasser zum Wasserstart. Dieses Mal wollte ich das Schwimmen zügiger angehen. Zumindest für meine Verhältnisse. Ich platzierte mich rechts außen mit kürzestem Weg zur ersten Boje. Dann der Startschuss und ab ging die Post. 

Erster Zug, zweiter Zug dritter Zug… Was ist das nur für ein Zeug da unter Wasser? Die Schlingpflanzen reichten teilweise bis knapp unter die Wasserüberfläche und bei jedem Zug hatte ich dieses Zeugs zwischen den Fingern oder im Gesicht. Ich gebe ehrlich zu, mich irritierte das gewaltig. Nach ca. 200m die erste Boje. Schläge, Tritte, Wasserschlucken – Scheiße! Ich musste kurz auf Brust umstellen, da ich keine Luft mehr bekam. 150m später die nächste Boje – ein ähnliches Bild. Endlich, nach 400m habe ich den Rhythmus gefunden. Nun konnte man es als Schwimmen bezeichnen. Bis auf eine stark beschlagene Brille, auf Grund des kalten Wassers, ging es bis zum ersten Ausstieg recht gut. Beim Zwischenausstieg – nun standen knapp 300m Landgang am Programm – die Brille durchgespült. Andernfalls wäre der Landgang zum Blindflug geworden. Von der Waagrechten in die Aufrechte und wieder in die Waagrecht verlangt dem Organismus schon einiges ab. Nach gut 1,5 Minuten wieder rein in den 2. See und nochmal 900m schwimmen. Nach 38 Minuten aus dem Wasser – 2 Minuten hinter der geplanten Zeit – ging es ab in die Wechselzone.

Gleich mal vorne weg – das Wechseln mit Sackerl muss ich noch üben. Das ist sicher nicht meine stärkste Disziplin. Egal, rein in die Schuhe, ab zum Rad und raus auf die Radstrecke.Es fühlte sich sofort gut an. Links, rechts ein paar enge Kurven durchs Wohngebiet, ging es dann ab auf die S33. Ja, die Autobahn war für uns TriathletInnen gesperrt - ein echter Genuss. 3 Spuren ganz alleine für uns zum Tempomachen und das machte ich auch. Mit einem Schnitt von knapp über 40 km/h ging es ab Richtung Traismauern. Ein kleiner Hügel mit anschließender knackiger Abfahrt zeigt wieder, dass viele Triathleten technisch schlechte Radfahrer sind. Und schon ging es mit Vollgas Richtung Krems. Weiter entlang der Donau mit gutem Tempo und dann rein in den Anstieg nach Gansbach. Ich habe sofort einen guten Rhythmus gefunden und flutsch war ich auch schon oben. Die 6-7 km vergingen wie im Flug. Schnell ein Gel an der Labe und rein in die Abfahrt. Ich fühlte mich richtig wohl am neuen Rad. Danke an dieser Stelle an Cube für so ein geiles Teil.

Dann gab es allerdings eine kurze Schrecksekunde. Bei der letzten Abfahrt Richtung St. Pölten ging es über einige Bodenwellen und plötzlich gab der Lenker nach vorne nach. 5-6 cm kippte die Balance nach vorne. Anscheinend war hier eine Schraube nicht ordentlich angezogen. Wie auf rohen Eiern fuhr ich die letzten Passagen bergab und bei jeder noch so kleinen Bodenwelle, versuchte ich das Rad vorne anzuheben. Das kostete mir sicher etwas Zeit, aber Hauptsache ich bin sicher in der Wechselzone angekommen. Und das mit einer Top-Zeit und einer 34,5 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Runter vom Rad, im Laufschritt zum Radständer, weiter zum nächsten Sackerl – meine Lieblingsdisziplin. Anstellen beim Dixiklo – es ging nicht anders – und dann ab auf die Laufstrecke. Langsam anfangen war die Devise. Den Plan schmiss ich nach wenigen Metern über Board, da genau als ich aus der Wechselzone lief, Yvonne van Vlerken auf ihre 2. Runde ging. Ich dachte mir, mit ihr lauf ich mit. So startete ich mit 4:20 in die ersten Kilometer. Das war um 20sec zu schnell. Und schon war es da – Seitenstechen! Ich weiß nicht, wie ich das endlich einmal in den Griff bekomme. Es passiert mir so oft in einem Bewerb und auch im Training. Mit einer Atemtechnik bekam ich es ganz gut in den Griff, weg war es leider bis zum Schluss nicht. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich aber nicht nachlassen durfte, wenn ich mein Ziel von Sub5 erreichen will. Also Kopf hoch, konzentrieren und dranbleiben. Kilometer um Kilometer ging es voran. Auf Grund der engen Häuserfluchten in der Innenstadt zeigte mir meine Uhr verrückte Kilometerzeiten an, was mich kurzfristig etwas irritierte. Egal, weiter ging’s! Bei Kilometer 13 wusste ich, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, kann es sich ausgehen. Ich hatte 40 Minuten Restzeit. Wenn ich also den Kilometer solide weiterlaufe und mich bei 4:40 einpendle geht es sich aus. Dieser Gedanke trieb mich an und ich wurde schneller und schneller. Das Seitenstechen hatte ich halbwegs im Griff und die Beine fühlten sich gut an. Noch schnell ein Schluck vom Zaubertrank aus Gramastetten und dann ging es auch schon über die letzte Brücke. Ein kleiner Hügel noch hinauf zum Stadion und da hörte man schon den Platzsprecher. Tief durchatmen und ein Blick auf die Uhr, im Wissen das kann sich ausgehen. Dann war sie schon da – die Zielgerade. Dank eines schnellen abschließenden Halb-Marathons in 1 Stunde 34 Minuten war es vollbracht!

In 4 Stunden 56 Minuten finishte ich somit 1,9km Schwimmen - 90km Radfahren - 21,1km Laufen. Das Ziel von Sub5 war erreicht. 

Danke an alle Supporter fürs Anfeuern und Pushen. Allen voran meine Frau Sandra sowie auch Daniela, Wolfgang, Verena & Manuel, Carlos, Kochi und auch die vielen HelferInnen an der Strecke, die wirklich einen Top-Job machten. Großes Lob an das lokale Team von Ironman für die wirklich perfekte und unkomplizierte Organisation. Das Geld ist die Veranstaltung wirklich wert!

Heute heißt es locker ausschwimmen und in den nächsten Tagen beginnt die heiße Zeit für die Vorbereitung auf das große Saisonziel den IRONMAN Austria in Klagenfurt am 28.06.2015. Stay tuned!